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Meinungen aus dem Bezirk Voitsberg

Kommentar von Jurrien Westerhof, Greenpeace Österreich vom 3. Juli 2009

Kohlekraftwerk ÖDK 3 in Voitsberg: eine Farce

 

Eine Farce – so beschreibt die “Kleine Zeitung” die öffentliche Anhörung zu den Plänen, das stillgelegte Kohlekraftwerk ÖDK 3 in Voitsberg wieder in Betrieb zu nehmen.  
An sich ist es nichts Neues, dass derartige öffentliche Anhörungen eine Farce sind. Denn der Ausgang ist fast immer gleich: das Projekt sei kein Problem für die Umwelt - es darf gebaut werden. In Voitsberg ticken die Uhren aber trotzdem etwas anders.  
Es fängt schon damit an, dass vor der Tür martialisch anmutende Männer einer privaten Security-Firma postiert sind, die Journalisten verscheuchen. Eigentlich nicht zu erwarten in der Steiermark.
Doch der Auftraggeber, die Firma A-Tec des Industriellen Mirko Kovats, geht hier nicht so zimperlich vor. Das Projekt soll durchgeboxt werden – anscheinend notfalls mithilfe maskierter Männer mit Rottweiler, die Journalisten einschüchtern. 
Die Anhörung selbst ist ebenso skurril. Der Verhandlungsleiter bemüht sich um einen geordneten Ablauf, doch die Emotionen der Betroffenen gehen hoch. Eine Mutter skizziert, wie es ist, Kinder mit Asthma zu betreuen. Jemand fragt die Landesärztin, die als Gutachterin gekommen ist, ob sie es ihren Kindern antun würde, im Rauch des Kraftwerkes zu leben. Die Herren von A-Tec sitzen derweil da und schweigen.  
Die Gutachter kommen ins Schwitzen, vor allem als klar wird, dass manche wichtige Unterlagen noch gar nicht fertiggestellt sind. Denn es zeigt sich, dass die Firma A-Tech in letzter Sekunde noch Änderungsvorschläge eingebracht hat, um eine negative Stellungnahme zu vermeiden. Damit fehlen also wichtige Grundlagen.
Dem Verhandlungsleiter bleibt schließlich nichts anderes übrig, als die Anhörung abzubrechen - auf einen unbestimmten Termin zu vertagen. Die Frage ist nun, ob die Behörden ihrem Hausverstand folgen, und eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorschreiben.  
Dabei sind viele Kraftwerksgegner gar nicht erschienen. Denn Voitsberg ist eine tiefrote Gemeinde. SPÖ-Bürgermeister Meixner ist ein glühender Befürworter des Projektes, und viele in der Bevölkerung trauen sich einfach nicht, öffentlich zu sagen, dass sie eine Wiederinbetriebnahme ablehnen.
Schließlich hätte die Menschen gerne eine Gemeindewohnung, möchten ihren Job nicht verlieren – man weiß, wie weit der Arm der Gemeinde reicht. Schlimm, könnte man meinen – ja, es ist schlimm, aber was an den kommunistischen Ostblock erinnert, ist offenbar in Voitsberg immer noch Realität.  
Vieles spitzt sich zu auf der Frage zu, ob das Kraftwerk in Betrieb ist oder nicht. Denn obwohl seit Jahren kein Rauch mehr aus dem Schlot gestiegen ist und die Menschen sich darüber freuen, dass ihre Wäsche beim Trocknen nicht mehr schwarz wird, läuft das Kraftwerk auf dem Papier weiter.
Mit diesem Argument will A-Tec eine Umweltverträglichkeitsprüfung umgehen. Denn eines ist jedem klar – wo Tag ein Tag aus pro Stunde mehr als 100 Tonnen Steinkohle verbrannt wird, ist einer massiven Belastung für Mensch und Natur ausgesetzt.  

 

 

 

 

 

1.7.2009: GLOBAL 2000: Nein zum Kohlekraftwerk Voitsberg!

 

Betreiber wenden „Mochovce-Trick“ an und wollen Kraftwerk ohne UVP in Betrieb nehmen.

Wien (1. Juli 2009). Anlässlich der heutigen Verhandlung in Voitsberg (Steiermark) wendet sich die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 vehement gegen die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerkes Voitsberg. „In Zeiten wie diesen ein völlig ineffizientes Kohlekraftwerk in Betrieb zu nehmen, ist absurd und völlig verantwortungslos. Allein Voitsberg würde alljährlich unglaubliche zwei Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre blasen. Zum Vergleich: Österreich emittiert pro Jahr um 20 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase als uns laut Kyoto-Abkommen zusteht. Voitsberg wäre also ein weiterer Sargnagel für Österreichs Klimaschutzpolitik“, so Heinz Högelsberger, der als Energiereferent von GLOBAL 2000 bei der heutigen Verhandlung die Anliegen der Umwelt vertritt. 
GLOBAL 2000 hat bei diesem Verfahren Parteienstellung und verlangt die Abhaltung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (=UVP). „Mirko Kovats will mit seiner A-TEC-Firma den gleichen Trick wie die Mochovce-Betreiber anwenden. Er argumentiert, dass die alte Betriebsbewilligung noch gültig sei und die nun geplanten Umbauarbeiten unerheblich sind. Auch in der Slowakei wollte man die Reaktoren Mochovce 3 und 4, basierend auf einer Baubewilligung aus den 1980er-Jahren, fertigstellen. Aufgrund der Proteste von Umweltschützern muss die Slowakei nun eine UVP durchführen. Was Österreich von der Slowakei fordert, muss auch für die Steiermark gelten“, betont Högelsberger. GLOBAL 2000 spricht sich generell für ein Verbot der Verfeuerung von Kohle in Kraftwerken aus und hält kalorische Kraftwerke, deren Abwärme nicht zur Gänze genutzt wird, für völlig rückständig. Hinzu kommt, dass die Feinstaubbelastung in der Region Voitsberg und Köflach auch ohne Kraftwerk illegal hoch ist. Die Bevölkerung würde also durch die Kohleverfeuerung einer zusätzlichen und skandalösen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt werden. GLOBAL 2000 fordert als Alternative eine Energieeffizienz-Offensive für die Steiermark, sowie einen umweltgerechten Ausbau von erneuerbaren Energiequellen.

Weitere Informationen:

GLOBAL 2000 Pressesprecherin: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at

GLOBAL 2000 Energiereferent: Heinz Högelsberger, Tel.: 0699/14 2000 17, E-Mail: heinz.hoegelsberger*NOSPAM*@*NOSPAM*global2000.at

Mag. Dr. Gerwin Kürzl, Aktion Zukunft Bezirk Voitsberg

Antwort auf die Berichte und Kommentare in der "Kleinen Zeitung" vom 14.2.2009

Sehr geehrte Frau Kratzer,  
Ihrem Kommentar nach sind die Stimmen zur Verhinderung der Umrüstung der ÖDK III zu zaghaft.  
Dazu möchte ich festhalten: Wir haben uns seitens des natürlich nach wie vor aktiven Vereins Zukunft Bezirk Voitsberg  in den vergangenen Monaten und Wochen intensiv bemüht, irgendwelche Informationen über die Pläne von Herrn Kovats zu erhalten.
Außer seinen eigenen vagen Ankündigungen gibt es aber bis heute keinerlei Informationen, auf die wir hätten reagieren können.  
Tatsache ist auch, dass bis Freitag Mittag auch der zuständigen BH Voitsberg keinerlei Unterlagen über das Projekt bekannt waren.   Fest steht, dass es Herrn Kovats als privatem Eigentümer der ÖDK selbstverständlich frei steht, im Rahmen der Rechtsordnung eine Umrüstung der ÖDK zu beantragen.
Diese gleiche Rechtsordnung wird aber den Gegnern die Möglichkeit einräumen, sich gegen die Umrüstung der ÖDK in eine Kohle- und/oder Müllverbrennungsanlage zu wehren.
Wenn Bürgermeister Meixner nunmehr sagt, die Luftqualität im Bezirk wäre durch die Abschaltung der ÖDK nicht gestiegen, so wird man sehen, wie eine zwangsläufige Verschlechterung der Luft durch eine Wiederinbetriebnahme mit einer Feinstaubsanierungsregion vereinbar ist.  
Der Ball liegt daher jetzt bei Herrn Kovats: Solange dieser kein Projekt einreicht, kann man sich auch nicht dagegen wehren! Und selbstverständlich werden wir alle zu Gebote stehenden Maßnahmen ergreifen, wenn ein konkretes Projekt vorliegt.  
Zwei Punkte noch zum Abschluss:
Wir werden genau beobachten, ob das gerade vom Voitsberger Bürgermeister Meixner immer wieder erwähnte Kompetenzzentrum gleichzeitig mit den Plänen zur Umrüstung der ÖDK beantragt wird, oder ob dieser Plan, mit dem ja angeblich hunderte Arbeitsplätze entstehen sollen,   auf irgendwann später verschoben werden soll. Denn dann könnte der Verdacht aufkommen, dass das angekündigte Kompetenzzentrum von Anfang an nur eine Beruhigungspille für kritische Bürger war….  
Außerdem sollten die Befürworter des Projektes die Arbeitsplatzsorgen vieler Menschen nicht für ihre Zwecke missbrauchen: Selbstverständlich entstehen auch bei einer Kohle- und/oder Müllverbrennungsanlage einige Arbeitsplätze. Andererseits würden dadurch viele andere Menschen arbeitslos: Als rauchendes Wahrzeichen des Bezirks ist die ÖDK mit der Idee einer Tourismus- und Wohnregion schlicht und einfach nicht vereinbar. Sobald die ÖDK wieder angefeuert wird, werden Arbeitsplätze in diesen Bereichen zwangsläufig wegfallen.

 

Georg Kürzl, Obmann Aktion Zukunft Bezirk Voitsberg

Bürgermeister Meixner gefährdet Arbeitsplätze!  

Durch ihr Eintreten für die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerkes ÖDK III gefährden die Bürgermeister unserer Region, allen voran der Voitsberger Bürgermeister Meixner,  massiv das Entstehen weiterer Arbeitsplätze im Bereich Tourismus im Bezirk Voitsberg. Wie man hört, will Köflach zur Kurstadt werden. Welcher  Arzt würde mit ruhigem Gewissen seine Patienten zu uns schicken? Wer würde freiwillig in einer Region Urlaub machen, in der ein rauchendes Kraftwerk die Luft verpestet und ihm die Atemluft nimmt? Jeder sucht sich für seinen Urlaub und seine Freizeitaktivitäten Plätze, an denen er durchatmen kann – die Region Voitsberg scheidet dann ja wohl aus….   

M.Krug, Maria Lankowitz

Dicke Luft ?   -  Einige Gedankensplitter zur laufenden Diskussion

Die  Euphorie, mit der einige politische Verantwortungsträger verschiedenster Couleurs  seit einiger Zeit die Wiederin-betriebnahme des Kraftwerkes ÖDKIII fordern, verursacht immer größeres Unbehagen.   Natürlich ist es Aufgabe der Politik, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Es darf jedoch erwartet werden, dass Politiker über den Tellerrand (Arbeitsplätze) schauen und auch über die negativen Auswirkungen eines solchen Verbrennungs-kraftwerkes informieren. Wenn man sich näher mit den letzten Medienberichten beschäftigt erfährt man, dass durch den Betrieb des Kraftwerkes Voitsberg mit Steinkohle eine jährliche CO²-Emission  in der Größenordnung von 1,4 Millionen Tonnen erzeugt würde. Dass damit schlicht und einfach 15% der Energie-Emission der gesamten Steiermark zusätzlich zu den bereits vorhandenen Schadstoffen konzentriert im Talkessel Voitsberg (Feinstaubsanierungsgebiet!!) in die Luft geblasen werden soll, stimmt schon sehr nachdenklich. Wenn man sich außerdem noch bildlich vorstellt, dass diese Menge dem CO²-Ausstoß von 600.000 bis 1 Million Fahrzeugen entspricht, die ständig um das ÖDK-Kraftwerk kreisen, werden die Bedenken noch größer. Zusätzlich weiß man aus den vergangenen Jahren, dass durch die ungünstige Talkessellage die Schadstoffe zum größten Teil in unserer Region verbleiben. Ein Wirkungsgrad von durchschnittlich 40% für Kohlekraftwerke und der doppelte Schadstoffausstoß gegenüber einem mit Erd- oder Biogas betriebenen Kraftwerk sprechen auch nicht gerade für den Betrieb von Kohlekraftwerken.   Die Beschwichtigungsversuche einzelner Verantwortungsträger, dass ohnehin die neuesten Filter eingebaut würden verleiten dazu, näher im Internet nachzuforschen. Dort erfährt man sehr rasch, dass bei einem Steinkohlekraftwerk dieser Größenordnung bei Verwendung der modernsten Filter jährlich immerhin noch ca. 250kg Cadmium, 250kg Thallium, 300kg Quecksilber, 500kg Arsen, 1000kg Nickel, 3000kg Blei, 200t Staub, 2000t Schwefeloxide und 2000t Stickoxide ausgestoßen werden. Die zusätzliche Umweltbelastung durch die Anlieferung und Lagerung der bekanntlich nicht in der Region vorhandenen Steinkohle sind in dieser Bilanz noch gar nicht enthalten. Es braucht nicht näher ausgeführt werden, dass die  oben angeführten Schadstoffe giftig und potenziell krebserregend sind sowie Mensch, Tier und Umwelt schädigen.        Rechtfertigt die Schaffung von 60 bis 80 Arbeitsplätzen die Gesundheitsgefährdung von immerhin 50.000 Menschen im Bezirk Voitsberg? Außerdem stellt sich die Frage, wie sich ein aktives Kohle-kraftwerk mit den Bemühungen zur Positionierung des Bezirkes Voitsberg als Freizeit- und Erholungsgebiet vertragen soll!?     Die Verantwortungsträger wären gut beraten, ihre eigene Energie in das lang geforderte Energie-Kompetenzzentrum zu stecken, wobei der Schwerpunkt nicht auf veralteten Technologien, sondern auf der Nutzung und Förderung alternativer Energieerzeugung und energiesparender Maßnahmen liegen sollte. Unter Einbeziehung der bereits in der Region ansässigen Firmen könnten im Bereich Wärmedämmung, Umstellung nicht mehr zeitgemäßer Heiz- und Elektroanlagen, Alternativenergie udgl. Arbeitsplätze sinnvoll erhalten und geschaffen werden.                                               

Harald Knappitsch, Voitsberg

NEIN zu jahrzehntelanger Gesundheitsgefährdung / Belastung von Luft, Boden und Wasser / riesiger Energieverschwendung und Arbeitsplatzverlusten!

Eine Wiederinbetriebnahme von ÖDK III mittels Steinkohleverbrennung im Feinstaub-Sanierungsgebiet Voitsberg durch die Mirko Kovac Firma A-TEC, würde massive Umweltbelastungen auslösen, erhöhtes Atemwege-Erkrankungs- und Krebsrisiko verursachen und somit die Lebensqualität für zehntausende Menschen im Bezirk Voitsberg aber auch in weiten Bereichen der Bezirke Graz-Umgebung und Deutschlandsberg gefährden. Die zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden würden auf Dauer mehr Arbeitsplätze vernichten als schaffen. Die große Sorge, dass auch Rund um die Uhr Müll verbrannt werden könnte, ist nicht unberechtigt, da es hierfür bereits Überlegungen gibt. Verheerende Auswirkungen auf den Klimaschutz sind voraussehbar, da mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 1,5 Millionen Tonnen (entspricht der Menge von über 1 Million PKWs) gerechnet werden müsste. Durch den Kraftwerksstart könnte mittels Kraft-Wärme-Koppelung nur ein Bruchteil der Abwärme als Fernwärme genutzt werden. Das heißt, dass pro Jahr die Energie für die Heizung  zig-tausenden (!)Haushalten verschwendet werden würde. Erstaunlich und erschütternd ist, dass während der ganzen Kraftwerks-Entscheidungsphase von der Politik nur mit den Arbeitsplätzen argumentiert wurde und die Umwelt-und Gesundheitsgefährdung, sowie die enorme Energieverschwendung überhaupt nicht mitbeurteilt worden sind, obwohl Österreich -  und der Bezirk Voitsberg gehört dazu — verpflichtet ist, das Klimaschutzabkommen zu erfüllen und die EU-Energieeffizienz-Richtlinien einzuhalten! Ich bin daher überzeugt, dass der Verbund- Aufsichtsrat, der sich mehrheitlich aus Vertretern der Republik Österreich zusammensetzt, dem zwischen der Firma Austrian Thermal Power und A-TEC abgeschlossenem Kaufvertrag nicht bedingungslos zustimmen darf!  

Mag. Dr. Gerwin Kürzl, Steuerberater

Wichtig ist, dass bald klar ist, was hinkünftig in der ÖDK verbrannt werden soll . Dann, und erst dann wenn ein konkretes Projekt vorliegt, kann abgeschätzt werden, wie viele neue Arbeitsplätze durch eine Wiederinbetriebnahme der ÖDK tatsächlich entstehen würden. Seltsam ist auch, dass der Verbund immer gesagt hat, ein Umbau der ÖDK sei wirtschaftlich und wegen der hohen entstehenden Schadstoffe (CO 2)  nicht vertretbar. Herr Kovats hat bis jetzt nicht erklärt, warum das bei ihm jetzt plötzlich anders ist. Und selbstverständlich ist die Schaffung von Arbeitsplätzen in der ÖDK den negativen Auswirkungen einer Wiederinbetriebnahme  entgegenzustellen: Der Bezirk kann in diesem Fall nämlich seine begonnene Entwicklung in Richtung Tourismus und Gesundheit  vergessen: Ein rauchendes Wahrzeichen passt einfach nicht zu einer Tourismus,- Erholungs- und Wohnregion. Daher:  Arbeitsplätze ja, aber nur nachhaltige und umweltverträgliche. Gerne auch im Bereich Energietechnik  (Solar,…). Ein Gewerbepark auf den ÖDK-Liegenschaften könnte wesentlich mehr Arbeitsplätze schaffen!

Dr. med. Gerda Kürzl

In Medizinerkreisen sind die enorm hohen Raten an Lungenerkrankungen im Bezirk Voitsberg altbekannt. Die derzeitigen Pläne, die zu einer weiteren Luftverschmutzung führen sind gegen die Gesundheit der Bevölkerung gerichtet. Jeder Befürworter macht sich mitschuldig!  

ÖVP-Stadtparteiobmann Vizebgm. Walter Gaich  

Die Gerüchte über eine Müllverbrennungsanlage (auch Ersatzbrennstoffanlage genannt) bei der ÖDK in Voitsberg sind sehr beunruhigend und besorgniserregend. Ob es nur Gerüchte sind, ist fraglich.
Sieht man nämlich ins Internet, so findet man Verbindungen zwischen den beiden Konzernen, die die ÖDK erwerben wollen, und diversen Müllverbrennungsanlagen.
Die ÖVP Voitsberg ist vehement gegen eine Wiederinbetriebnahme von ÖDK III. Wir werden mit allen Mitteln gegen eine Inbetriebnahme (sei es mit Müll oder Kohle) kämpfen, um eine neuerliche Luftverschmutzung unserer Kessellage zu "verhindern. Außer dieser Gesundheitsgefährdung käme es auch zu einer massiven Wertminderung von vielen tausenden Häusern und Grundstücken des Bezirkes. Es stimmt nicht (wie in verschiedenen Medien berichtet), dass die Mehrheit der Bevölkerung für eine Inbetriebnahme ist, genau das Gegenteil ist der Fall, was wir auch wenn nötig — mit einer Unterschriftenaktion beweisen- werden. Wir fordern den Verbund auf, das ÖDK-Grundstück frei zu machen, d. h. Abbruch der Gebäude, Rauchfänge und Kühltürme, um eine sinnvolle zukunftsorientierte Nachnutzung verbunden mit hunderten von Arbeitsplätzen zu ermöglichen.  

Ing. Peter Kalcher

Die Region braucht Innovation und keinen Rückschritt!
Jeder "Politiker" spricht in diesem Land von Innovation, von erneuerbarer Energie und von Zukunftschancen in und für unser Land. In Wahrheit wird billiger Populismus seitens der SPÖ und LH Voves betrieben. Vor der Landtagswahl 2005 verspricht er eine "nachhaltige und ökonomische" Nutzung der ÖDK - 2007 als Kovats kommt, weiß er nicht ja oder nein, und im aktuellen SPÖ Newsletter verkündet er vollmundig, das eine Erklärung in der Regierung unterzeichnet wurde, welche ein Bekenntnis für den Weg aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und zu unserer Umwelt sei. Außerdem soll der Anteil  des Stromes an erneuerbaren Energieträgern um 25% bis 2015 erhöht werden. Ich würde nur zu gerne wissen, wie dies mit Steinkohle aus Polen funktionieren soll? Dieser Pannen- und Pleitenpolitik von LH Voves muss Einhalt geboten werden, und es müssen im Sinne der Region und des Landes innovative und zukunftsversprechende Lösungen erarbeitet werden. Die einzig sinnvolle Nachnutzung des ÖDK Geländes (welches immerhin fast 30 ha umfasst) ist die Nutzung als Gewerbe- und Industriepark mit einem Kompetenzzentrum als Innovationsmotor. Diese positive Entwicklung würde der Region hunderte Arbeitsplätze und Betriebe bringen und nicht nur eine "halbe" und nicht durchdachte Lösung für ein paar privilegierte Parteigänger. Der Bezirk Voitsberg hat besseres verdient, als fossile Energie von gestern und rauchende Schornsteine.

Presseaussendung des Verbundes aus 2005: Voitsberg-Umbau technisch, wirtschaftlich und ökologisch nicht vertretbar

 

 

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